Lesen und lesen lassen …

Bücher auf Tablet-PC

Quelle: www.istockphoto.com

Unter dem Titel «Haben sich Ihre Lesegewohnheiten verändert, und wenn ja, wie?» erhebt der Blog Carnival «WissensWert» von Andrea Back und Jochen Robes in diesem Monat, wie sich unsere Lesegewohnheiten verändert haben.

Das Thema interessiert mich momentan auch – allerdings aus einem etwas anderen Blickwinkel.

Während für die WissensWert Bloger im Zentrum steht, ob die neuen Geräte unsere Wissens- oder Informations-Aufnahme von geschriebenen Texten bereits verändert hätten, stellt sich mir immer mehr die Frage: Wie setzen wir geschriebenen Text ein, um die attraktiven aber sequenziellen Medien Audio oder Video sinnvoll zu ergänzen, und so die Wissens-Aufnahme zu erleichtern?

Zuerst: Meine eigenen Erfahrungen aus diesem Sommer

  • PC, Netbook (Eee PC mit Windows 7) und Smartphone (Android) sind für mich nicht mehr wegzudenken.
  • Ein «modernes Tablet» setze ich selber noch nicht ein.
  • Als Teilnehmer an einem Online-Kurs über die «Experten-Industrie» und die Vermarktung entsprechender Produkte via Internet hatte ich eine Menge von Inhalten in verschiedenen Formaten erhalten:
    • Online Videos, ergänzt mit Checklisten (PDF)
    • Ein Buch zum Lesen und als Audio-Buch auf 6 CDs
    • Ein Audio-Programm auf 6 weiteren CDs als Bonus
    • 8 DVDs mit Präsentationen (Videos direct to Camera oder Screenrecordings)
  • Daneben hatte ich einen gewissen Rückstand an Fachliteratur abzuarbeiten. Wo immer möglich, habe ich mir diese Inhalte in digitaler Form beschafft (E-Book oder PDF).  Motivation: Die effizienten Suchfunktionen auf dem PC helfen mir bei Recherchen in einer Qualität, die ich nicht mehr missen möchte.
  • Für etwas Belletristik habe ich mir ein paar Hörbücher von audible auf das SmartPhone heruntergeladen. Leider bin ich damit noch nicht so weit gekommen, wie ich mir gewünscht hätte ;-)

Und so habe ich die Inhalte konsumiert:

  • Die Online-Inhalte habe ich direkt am PC angeschaut; vereinzelt auch auf dem Netbook mit einer WLAN-Verbindung (häufig auf dem Balkon). Meine Notizen dazu habe ich in Microsoft OneNote festgehalten. Dabei schätze ich die Möglichkeit, wichtige Inhalte direkt mit Screenshots zu dokumentieren. Und: Dank SharePoint als Speicherort in der Cloud synchronisieren sich die Notizbücher auch ohne mein Zutun.
  • Die klassischen Bücher lese ich besonders gerne am Esstisch oder unterwegs im Tram. Meine Notizen mache ich mit Hilfe von Markierungen direkt im Buch und auf DIN-A6-Karten, die mir auch als Lesezeichen dienen.
  • Für E-Books und PDF-Dateien verwende ich Adobe Digital Editions auf PC oder Netbook. Der Bildschirm des SmartPhones ist mir für das Lesen einfach zu klein.
  • Die Audio-CDs habe ich auf den PC übertragen; dann auf einen Speicherplatz in die Cloud hochgeladen, auf den ich auch einfach vom SmartPhone aus zugreifen kann.
    • Auf dem Android SmartPhone verwende ich den MortPlayer, um die Audio-Bücher anzuhören. Damit kann ich auch «Lesezeichen» anbringen.
    • Notizen mache ich dabei meist im Moleskine Notizbuch oder auf einem Fresszettel.

 Meine persönlichen Erkenntnisse:

  • Gleich vorneweg: Ich mag halt immer noch das taktile Erlebnis, ein Buch in den Händen zu halten und zu spüren, wie ich darin vorankomme (oder eben auch nicht).
  • Überrascht war ich von meinen Emotionen, als ich zu meinem Sommer-Kurs ein grosses Postpaket mit Buch, CDs und DVDs erhalten habe. Mir wurde sofort bewusst, dass mir diese physischen Produkte subjektiv mehr Wert waren, als die gleichen Inhalte über einen Online-Zugang. Ein Paket auspacken zu dürfen ist halt immer noch wie Weihnachten …
  • Die Medien Audio und Video sind bestens geeignet, Emotionen wie z. B. Enthusiasmus zu transportieren – wir kennen das von Radio und TV. Aber eben, wenn statt reiner Unterhaltung das Lernen oder der Wissenserwerb im Vordergrund stehen, dann ist geschriebener Text den sequenziellen Medien immer noch überlegen:
    • Ich kann gut strukturierte Texte überfliegen und mir gezielt diejenigen Inhalte herauspicken, die mich im Moment interessieren. Und dabei auch Passagen überspringen, die ich schon kenne.
    • Eine bestimmte Stelle nochmals zu finden und nachzulesen ist wesentlich einfacher, als sie auf einer Tonspur oder über einen Schieberegler im Video aufzuspüren und nochmals anzuhören.
    • Eine solche Überlegenheit sehe ich auch für Texte auf Papier statt in digitaler Form:
      Meine Notizen und Markierungen im Buch werden Bestandteil des Buches – meine Lesezeichen in Adobe Digital Editions oder im Audio-Player sind nur auf dem Gerät verfügbar, auf dem ich sie gemacht habe. Hier verspreche ich mir in nächster Zeit schon noch einige Fortschritte (Stichwort: Cloud).

Schlussfolgerungen für Autoren von WissensWertem:

Nutzen wir die neuen technischen Möglichkeiten, wenn Sie für unsere Informations-Bezüger einen echten Mehrwert bieten. Aber tappen wir nicht wieder in die Falle, und produzieren Inhalte um jeden Preis auf den momentan angesagtesten Gadgets, um schick und modern zu erscheinen. Ein Medienbruch, wie z. B. mit Microsoft Office Lerninhalten auf dem iPad oder Kindle wäre meines Erachtens unverzeihlich.

Lasst uns das beste Medium wählen für die konkrete Aufgabe und dabei ein gutes Gespür entwickeln für die erweiterten Möglichkeiten, die sich dank der neuen Hilfsmittel ergeben.

Und so meine ich: Ein Text in gedruckter Form wird auch in Zukunft häufig die beste Wahl sein.

 


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>