Produktivität: Die «Wie-Falle» in der Anwender-Ausbildung

Mausefalle

Tappen Sie nicht rein ...

Kürzlich bin ich in einem Microsoft Artikel auf eine interessante Unterscheidung gestossen, die ich in dieser Form noch nicht gesehen hatte und die mir sofort eingeleuchtet hat. Die  Erkenntnisse aus dieser «Wie-Falle» ist meines Erachtens auch geeignet, uns bei der Definition von ergebnisorientierten Inhalten in IT-Trainings behilflich zu sein. Im Artikel gehe ich zuerst auf die Wie-Falle ein und dann auf die denkbaren Konsequenzen für eines unserer Kernthemen: Produktivität und IT-Anwender-Ausbildung.

Was ist die Wie-Falle?

Zuerst einmal das Beispiel für die Wie-Falle aus dem vorgenannten Artikel:

… Sie versuchen, Geschäftsanforderungen für einen bestimmten Bereich einer Organisation zu erfassen. Da Sie nichts über die Organisation wissen, fragen Sie einen Mitarbeiter am Faxgerät, ‚was‘ er tut. Die Antwort wird wahrscheinlich lauten: ‚Ich sende ein Fax‘, woraus sich dann Fragen wie ‚Ist das ein wichtiger Teil Ihrer Arbeit? Müssen Sie ein Fax senden, um eine Aufgabe abzuschließen?‘ ergeben. Darauf wird sicherlich mit ‚Ja‘ geantwortet, und ‚Fax senden‘ wird als Anforderung erfasst.

Das ist aber falsch. Auf die Frage, ‚was‘ ein Mitarbeiter tut, würde als Antwort eher etwas passen wie … ‚Auftrag bestätigen‘, und auf das ‚wie‘ die Antwort ‚mit dem Faxgerät‘. Wenn Sie nun erneut mit dem Mitarbeiter reden, mit dem Sie die Fragen nach dem ‚Wie‘ und dem ‚Was‘ erörtert haben, und ihn fragen, ob das ‚Wie‘ überhaupt relevant ist, wird deutlich, dass dies gar keine Rolle spielt. Dadurch steht die Diskussion über Anforderungen in einem ganz anderen Licht da.

Nun zu einem Beispiel mit der Wie-Falle in der Anwender-Ausbildung:

Ich erhebe die Anforderungen  für einen Migrationskurs auf die nächste Version einer Textverarbeitung. Bei der Befragung eines Anwenders in der Arbeitsvorbereitung erfahre ich, dass für ihn Tabulatoren sehr wichtig sind – die braucht er parktisch in jedem Dokument. Wenn ich nicht nachhake bedeutet dies, dass wir für diese Zielgruppe Tabulatoren in der neuen Word-Version einen wichtigen Platz einräumen würden.

Nachgefragt stellt sich heraus, dass er die Tabulatoren braucht für tabellarische Darstellungen. Also neheme ich diese Anforderung auf. Im Modul weisen wir dann kurz auf beide Lösungsansätze hin: Tabulatoren und Tabellen, aus dem sofort ersichtlich ist, was in welchem Fall geeigneter ist. Der betreffende Mitarbeiter dürfte sich für die Tabellen-Funktion und die Schnelltabellen entscheiden und diese Inhalte durcharbeiten. So lernt er eine neue Funktion kennen, die ihm in Zukunft jeden Tag die Arbeit erleichtert und Zeit einspart, die er sicher besser nützen kann.

Das nenne ich Produktivität!


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