Tuning für Power Präsentationen

Cover Lernheft Typotuning 3: PowerPoint

Gestaltungsregeln für wirkungsvolle Präsentationen

Ihre Präsentationen kommen ohne Arial Schrift und ohne Bullets für die Aufzählungen aus? Dann brauchen Sie vielleicht unseren Literaturtipp nicht: 16 griffige Regeln für lebendige, spritzige Präsentationen. Professionell, praxisnah, umsetzbar und lesenswert.

Nein, im vorgestellten Lehrheft TypoTuning3, PowerPoint, Gestaltungsregeln für wirkungsvolle Präsentationen geht es nicht nur um Arial-Bashing oder um die überwundenen Bullet Points, wie diese von Cliff Atkinson (Beyond Bullet Points) vertreten werden. Für einmal nimmt sich ein Experte für visuelle Kommunikation aus unseren Breitengraden, Ralf Turtschi, des Themas Präsentations­gestaltung mit speziellem Augenmerk auf das am häufigsten verwendete Programm PowerPoint an. Und dies in einer Ausführlichkeit, wie ich dies bisher noch nicht angetroffen habe. Meine Empfehlung: Lesenswert für Präsentierende und für Personen, die Präsentationen oder Präsentationsvorlagen (Templates) gestalten sollen.

Turtschi anerkennt den Nutzen von PowerPoint und weist gezielt auf die Verführungskraft der eingebauten Funktionen hin, die – falsch angewendet – immer wieder zu gestalterisch missratenen Ergebnissen führen. Und er belegt dies im Buch gleich an konkreten Beispielen. Dabei zeigt er auf, was man konkret tun könnte, um zu einem besseren Ergebnis zu gelangen.

Erstaunlich ist für mich auch sein Vorstoss in verwandte Gebiete: Seine Abhandlungen mit «Tipps für das Reden» (ich würde hier eher vom Vortragen sprechen), «Infrastruktur» mit anschaulichen Grafiken, wie Sitzanordnung im Raum und Lesbarkeit von der Leinwand zusammenhängen und die Bilderserie zur nonverbalen Sprache («Die persönliche Wirkung») sind sinnvoll, passend und gut gemacht.

Leinwand und Sitzanordnung: Schriftverzug
Infrastruktur: Schriftverzug abhängig von der Position des Betrachters

Aha! Meine wichtigsten Erkenntnisse:

  • Gestalterischer Aufbau: Kurz, prägnant und an Beispielen veranschaulicht. Ein echter «Boullion-Würfel» (das geballte Wissen einer Büffelherde in einem Würfel konzentriert)!
  • Das dosierte Diskrepanzerlebnis: Etwa im Sinne von: Holen Sie die Leute dort ab, wo sie stehen und geben Sie ihnen neue Erkenntnisse in leicht verdaulicher Dosierung ab. Das hatte ich so noch nicht vermittelt bekommen (und später in einem Beispiel auch noch gut veranschaulicht).
  • Was NICHT auf den Folienmaster gehört: Datum, Uhrzeit, Copyright, Foliennummerierung etc. (da decken sich unsere Meinungen) – vielleicht hilft dies in Zukunft weniger Präsentationen sehen zu müssen, bei denen die vielen Nebeninformationen die Aufmerksamkeit aufsaugen und vom eigentlichen Inhalt ablenken.
  • Farben: Ich beginne zu verstehen, wie Farben und Kontrast funktionieren.
  • Bilder und Diagramme: Jeweils kurzer Theorieteil gefolgt von konkreten Beispielen. In beiden Kapiteln sind die Beispiele eine Fundgrube mit Ideen, wie Inhalte professionell und kreativ veranschaulicht werden können.

Varianten Apfel und Orangen-Schnitz
Die anderen Kuchendiagramme: Echt kreativ

In weiteren Kernthemen wie «Grafische Elemente» oder «Schrift und Lesbarkeit» steckt viel praxisnahes Know-how und Inspirationen für echte Power Präsentationen. Mit am wertvollsten sind die über 20 Seiten mit vorher-nachher-Beispielen jeweils mit Kommentar und ausführlicher Beschreibung der Optimierung. Ein ganz interessanter und meines Erachtens erfolgreicher methodischer Ansatz, um die vermittelte Theorie für Nicht-Fachleute verständlich und nachvollziehbar zu machen.

vorher-nachher
vorher-nachher-Beispiel: Gleiche Aussage; viel ruhigere Wirkung

Ralf Turtschi kommuniziert, um verstanden zu werden

Normalerweise verstehe ich die Gestaltungsexperten mit ihrer Kastensprache nicht (Durchschuss, Satzspiegel, Hurenkinder & Co. sind ja wohl auch eher gedacht, um uns Laien klar zu machen, dass da ein Profi ran muss). Nicht so beim Autoren Ralf Turtschi. Er versteht es, seine Fachkompetenz einzubringen und kann dennoch so schreiben, dass auch ich verstehe, was er meint. Seine erklärten vorher-nachher-Beispiele sind gut nachvollziehbar und das Kernstück zu Beginn mit ausformulierten Regeln, auf die er dann im Rahmen der einzelnen Themen zurückkommt helfen mir, den behandelten Inhalt für mich zu erschliessen, ohne eine mehrjährige Lehren absolvieren zu müssen. Danke schön, Ralf Turtschi.

Und was noch besser sein könnte …

Obwohl in der Grafischen Industrie sicher mit Mac aufgewachsen, attestiere ich Ralf Turtschi, dass er sich bemüht, seine Inhalte auch der Windows-Gemeinde zu erschliessen: Screenshots sind in den Lehrheften häufig von beiden Betriebssystemen vorhanden. Bei den neuen «Vista Schriften» wäre es sicher interessant, zu erfahren, dass bei einer Installation von Office 2007 auf Windows XP diese auch verfügbar sind.

Bei einem der Kernthemen: «Schatten und Transparenz» ist PowerPoint 2007/2010 (bzw. die ganzen letzten Microsoft Office Suiten) substanziell weiter entwickelt worden. Zum Beispiel die Ausführungen zur «Weichheit» von Schatten wären mit entsprechendem Hinweis für die Windows-Gemeinde sicher aktueller und noch besser nachvollziehbar.

Zu Office 2007 / 2010 wären zudem aus meiner Sicht in einem so ausführlichen Werk auch die Autorenmeinung zu den Office Dokumentdesigns mit vordefinierten Farbharmonien, Designschriften und Designeffekten für eine ausgewogene und einheitliche Gestaltung und zur neuen Funktion SmartArt von Interesse gewesen. Aber das gibt ja vielleicht Anlass zur Weiterführung als «TypoTuning revisited».

Wer braucht TypoTuning3 PowerPoint?

  • Präsentierende erfahren, wie sie Fehler vermeiden können und wie PowerPoint so eingesetzt werden kann, damit das Programm zum Hilfsmittel wird, welches die vortragende Person dabei unterstützt, den Inhalt noch besser rüberzubringen.
  • Kommunikationsfachleute aus Marketing, Verkauf oder PR, die verstehen wollen, welche Grenzen (und Möglichkeiten) PowerPoint beinhaltet, wenn Image oder Ideen damit visuell umgesetzt werden sollen.
  • IT-Fachleute, die helfen, das Corporate Design des Unternehmens in Form einer PowerPoint Master Vorlage umzusetzen, mit der rasch gute Präsentationen erstellt werden können.
  • PowerPoint-Trainer, die den Teilnehmenden im Kurs mehr vermitteln wollen, als nur welcher Knopf gedrückt und welches Menü aufgerufen welche Funktion auf welchem Menüband angewählt werden müssen.
  • Gestalterisch Interessierte, die verstehen wollen, wie Schriften, Farben, Schatten etc. richtig ausgewählt und eingesetzt werden, um die Lesbarkeit zu verbessern.

Die TypoTuning-Serie

Mit TypoTuning haben der anerkannte Fachmann für visuelle Kommunikation, Ralf Turtschi, und der Verlag Publisher eine Serie von 4 Lehrheften herausgegeben, in denen gestalterisches Grundwissen auf interessante Weise für Laien verständlich gemacht wird. Ein Satz von Grundregeln erleichtert dabei die Umsetzung in die praktische Arbeit am Büroarbeitsplatz. In konkreten Beispielen «aus dem richtigen Leben» wird nachvollziehbar, wie leicht man mit ein wenig mehr an Systematik und gestalterischem Gespür viel bessere Ergebnisse erzielen kann.

Gibt es dazu noch mehr?

Wir werden über die weiteren, bereits erschienenen Hefte an dieser Stelle später berichten


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